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Vorwort der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen im Mai 2002

Als 10. Ortsbrandmeister in der Geschichte der FF-Küsten habe ich die Ehre, in meiner Amtszeit das 100-jährige Jubiläum zu feiern. Die erste urkundliche Erwähnung der Feuerwehr Küsten stammt aus dem Jahre 1900, als man sich entschloss eine Handdruckspritze anzuschaffen. Das offizielle Gründungsdatum als Freiwillige Feuerwehr Küsten ist der 01.April 1902. Über die Zeit vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland ist nur weniges überliefert, da gegen Ende des Weltkrieges fast alle Dokumente der FF-Küsten verloren gingen. Die Handdruckspritze der Gründungszeit war offensichtlich kein optimales Löschgerät, denn 1904 brannte fast der gesamte Rundling Küsten ab. Auch war vorbeugender Brandschutz zu dieser Zeit noch ein Fremdwort. 1963 wurde noch die Gelegenheit ergriffen, einen der letzten Zeitzeugen zu interviewen, sodaß wenigstens die Namen der Gründungsväter für die Nachwelt überliefert wurden.

Der Wiederaufbau der FF-Küsten nach dem 2. Weltkrieg ist stark verbunden mit den Namen Hans-Heinrich Janiesch und Ernst Joachim Kofahl. Dieser Neuanfang war bescheiden und begann mit der Anschaffung einer gebrauchten Tragkraftspritze, die auf einem umgebauten Leichenwagen transportiert wurde. Erst 1959 konnte die äußerst schwierig zu bedienende Rosenbauerpumpe durch eine neue TS 8/8 ersetzt werden. Bis 1963 war die FF-Küsten eine Treckerwehr, so wie es die FF-Karmitz bis zum letzen Jahr war.

Die moderne Zeit begann 1964/65 mit einem gebrauchten LF 8 und dem Bau eines neuen Gerätehauses. Mit Übernahme eines neuen LF 8 im Jahre 1966 war die FF-Küsten auf dem nach damaligen Maßstäben modernsten Stand. 24 Jahre lang von 1960 bis 1984 wurde die FF-Küsten geprägt und geführt von OrtsBM Walter Schulze. Sein Nachfolger Friedrich Schmidt setzte in seiner Amtszeit (1984 - 1997) neue Maßstäbe und Schwerpunkte. Friedrich Schmidt hatte bereits seit 1972 maßgeblich am erfolgreichen Aufbau der Jugendfeuerwehr Küsten mitgewirkt. Die Nachwuchsförderung liegt ihm bis heute besonders am Herzen und stellt auch für seine Nachfolger eine Verpflichtung dar. 1986 konnte wieder ein neues LF 8 in Dienst gestellt werden und 1988 war mit Übernahme eines TLF 16/28 die Fahrzeugausstattung der Stützpunktwehr vollständig.

Seit 1997 habe ich die Ehre, die FF-Küsten leiten zu dürfen. Ich bin dankbar dafür‚ daß mir hierbei ein tatkräftiges Kommando zur Seite steht. Ein fast fünfzehn Jahre währendes Ringen um einen auch im Winter brauchbaren Unterrichtsraum für Aktive und Jugendfeuerwehr nahm mit dem ersten Spatenstich zum Gerätehausumbau im September 1999 sein glückliches Ende. Heute verfügen wir über optimale Vorraussetzungen für die Ausbildung, die Unterbringung der Fahrzeuge und Lagerung des feuerwehrtechnischen Gerätes. Auch die Jugendfeuerwehr, die mittlerweile von Carina Harenz geleitet wird, hat endlich auch räumlich die gewünschten Möglichkeiten. Mit Indienststellung eines neuen TLF 16/24 wurde in Jahre 2000 die Modernisierung der FF-Küsten abgeschlossen. Trotzdem hängt unser Herz auch am Vergangenen. So sind wir stolz daraus, dass unser alter „Magirus“ (TLF 16/28) in gutem, fahrbereiten Zustand im Feuerwehrmuseum der Nachwelt erhalten bleibt.

Mit kameradschaftlichem Gruß

OrtsBM Dr Herbert Geldermann