Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Küsten

 

Die Texte und Bilder in diesem Artikel wurden aus einem Papierexemplar der Festschrift eingescannt.
Die Original-Dateien sind nicht mehr vorhanden.

 


 

Titelseite

Einladung
Titel Seite 1

 


Seite 2

Vorwort der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen im Mai 2002

 

Als 10. Ortsbrandmeister in der Geschichte der FF-Küsten habe ich die Ehre, in meiner Amtszeit das 100-jährige Jubiläum zu feiern. Die erste urkundliche Erwähnung der Feuerwehr Küsten stammt aus dem Jahre 1900, als man sich entschloss eine Handdruckspritze anzuschaffen. Das offizielle Gründungsdatum als Freiwillige Feuerwehr Küsten ist der 01.April 1902. Über die Zeit vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland ist nur weniges überliefert, da gegen Ende des Weltkrieges fast alle Dokumente der FF-Küsten verloren gingen. Die Handdruckspritze der Gründungszeit war offensichtlich kein optimales Löschgerät, denn 1904 brannte fast der gesamte Rundling Küsten ab. Auch war vorbeugender Brandschutz zu dieser Zeit noch ein Fremdwort. 1963 wurde noch die Gelegenheit ergriffen, einen der letzten Zeitzeugen zu interviewen, sodaß wenigstens die Namen der Gründungsväter für die Nachwelt überliefert wurden.

Der Wiederaufbau der FF-Küsten nach dem 2. Weltkrieg ist stark verbunden mit den Namen Hans-Heinrich Janiesch und Ernst Joachim Kofahl. Dieser Neuanfang war bescheiden und begann mit der Anschaffung einer gebrauchten Tragkraftspritze, die auf einem umgebauten Leichenwagen transportiert wurde. Erst 1959 konnte die äußerst schwierig zu bedienende Rosenbauerpumpe durch eine neue TS 8/8 ersetzt werden. Bis 1963 war die FF-Küsten eine Treckerwehr, so wie es die FF-Karmitz bis zum letzen Jahr war.

Die moderne Zeit begann 1964/65 mit einem gebrauchten LF 8 und dem Bau eines neuen Gerätehauses. Mit Übernahme eines neuen LF 8 im Jahre 1966 war die FF-Küsten auf dem nach damaligen Maßstäben modernsten Stand. 24 Jahre lang von 1960 bis 1984 wurde die FF-Küsten geprägt und geführt von OrtsBM Walter Schulze. Sein Nachfolger Friedrich Schmidt setzte in seiner Amtszeit (1984 - 1997) neue Maßstäbe und Schwerpunkte. Friedrich Schmidt hatte bereits seit 1972 maßgeblich am erfolgreichen Aufbau der Jugendfeuerwehr Küsten mitgewirkt. Die Nachwuchsförderung liegt ihm bis heute besonders am Herzen und stellt auch für seine Nachfolger eine Verpflichtung dar. 1986 konnte wieder ein neues LF 8 in Dienst gestellt werden und 1988 war mit Übernahme eines TLF 16/28 die Fahrzeugausstattung der Stützpunktwehr vollständig.

Seit 1997 habe ich die Ehre, die FF-Küsten leiten zu dürfen. Ich bin dankbar dafür‚ daß mir hierbei ein tatkräftiges Kommando zur Seite steht. Ein fast fünfzehn Jahre währendes Ringen um einen auch im Winter brauchbaren Unterrichtsraum für Aktive und Jugendfeuerwehr nahm mit dem ersten Spatenstich zum Gerätehausumbau im September 1999 sein glückliches Ende. Heute verfügen wir über optimale Vorraussetzungen für die Ausbildung, die Unterbringung der Fahrzeuge und Lagerung des feuerwehrtechnischen Gerätes. Auch die Jugendfeuerwehr, die mittlerweile von Carina Harenz geleitet wird, hat endlich auch räumlich die gewünschten Möglichkeiten. Mit Indienststellung eines neuen TLF 16/24 wurde in Jahre 2000 die Modernisierung der FF-Küsten abgeschlossen. Trotzdem hängt unser Herz auch am Vergangenen. So sind wir stolz daraus, dass unser alter „Magirus“ (TLF 16/28) in gutem, fahrbereiten Zustand im Feuerwehrmuseum der Nachwelt erhalten bleibt.

 

Mit kameradschaftlichem Gruß

 

OrtsBM Dr Herbert Geldermann

 


Seite 3

Die Gründungsväter der FF—Küsten

03 Gruendung

Leider sind fast alle Dokumente der FF-Küsten aus der Zeit vor 1950 verloren gegangen !

 


Seite 4

 Die Gemeindebrandmeister und Ortsbrandmeister der FF-Küsten

Bis 1925

Willi Schulz

 

1926 - 1932

H. Janiesch

 

1933 - 1940

Warratz

 

1941 - 1946

H. Janiesch

 
 

Ernst Schulz

 
 

Albert Weber

 

 

Ernst Joachim Kofahl

OrtsBM Kofahl

1960 - 1984

Walter Schulze

OrtsBM Schulze

1984 - 1997

Friedrich Schmidt

 OrtsBM Schmidt

1997 - heute

Dr. Herbert Geldermann

 OrtsBM Geldermann

 


Seiten 5 - 8

Die Gerätehäuser der FF Küsten

 

 Geraetehaus 1  Geraetehaus 2
Gerätehaus der FF Küsten bis 1965 Einweihung 09/1965 - Aufnahme 09/1999 kurz vor dem Umbau

 

Geraetehaus Spatenstich 1965

  1965

  Erster Spatenstich für das
  Feuerwehrgerätehaus

 

 

 

 

 


  Samtgemeindebürgermeister Möller und
  Gemeindebrandmeister Walter Schulze

 

Küsten. Etwas plötzlich, aber in feierlicher Form wurde am Montag mit dem Bau des schon lange geplanten Feuerwehrgerätehauses in Küsten begonnen. Der vom Samtgemeinderat gebildete Feuerschutzausschuß hatte vor geraumer Zeit den Kreisoberinspektor und Hauptbrandmeister Braband mit der Planung beauftragt, um fachtechnisch richtig beraten zu sein. Im Beisein einiger Mitglieder des Feuerschutzausschusses, des Baumeisters und einer Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Küsten vollzog Samtgemeindedirektor Möller den ersten Spatenstich. Nach diesem feierlichen Akt ergriff Bürgermeister Hagen das Wort und hob hervor, daß die Gemeinde Küsten sich im Rahmen der Samtgemeinde für das neue Gerätehaus eingesetzt habe und in allernächster Zukunft die Bildung und den Ausbau des Feuerwehrstützpunktes Küsten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vorantreiben werde. Lobenswert sei der Ehrgeiz der jungen Feuerwehrmänner in Küsten und Umgebung, die regelmäßig laut Plan sowie bei Einsätzen stets mit Freude und zur Zufriedenheit der Bevölkerung ihren Dienst versehen. Kreisoberinspektor Braband schloß sich bestätigend Hagens Ausführungen an und machte die erfreuliche Mitteilung, daß der Kreis- Feuerwehrverband Küsten weiter unterstützen werde. In Kürze werde Küstens Löschfahrzeug eine Sprechfunkanlage erhalten. Im nächsten Jahr soll ein neues LF 8 der Wehr übergeben werden. Ferner sei vorgesehen, die Feuerwehr mit den modernsten zur Verfügung stehenden Schaumlöschgeräten auszurüsten, so daß auf der stark befahrenen Straße nach Uelzen Autounfälle wirkungsvoll bekämpft werden können. Im Namen seiner Männer dankte Gemeindebrandmeister Schulze den maßgeblichen Stellen, die für die Durchführung des Projektes verantwortlich zeichnen. Er gelobte, zusammen mit seinen Kameraden weiterhin mit großem Eifer den Feuerwehrdienst auszuführen. Die Wehr kann in diesem Jahr auf ihr 65jähriges Bestehen zurückblicken. Anläßlich der Übergabe des Gerätehauses im kommenden Herbst soll daher ein Feuerwehrfest veranstaltet werden.

 

07 Geraetehaus Spatenstich 1999

  09 / 1999

  Erster Spatenstich für die Erweiterung
  des Feuerwehrgerätehauses

 

 

 

 

 


  OBM Friedrich Schmidt und
  OBM Dr. Herbert Geldermann

 

Das 1965 gebaute Feuerwehrgerätehaus war zwar schon für 2 Fahrzeuge konzipiert, aber die Entwicklung der Fahrzeugdimensionen hatten die Erbauer nicht vorausgesehen. Seit 1988 war die zweite Fahrzeugbox durch das Tanklöschfahrzeug belegt. Ein Unterrichtsraum stand somit nicht mehr zur Verfügung. Die Ausbildung der Aktiven und der Dienstbetrieb der Jugendfeuerwehr war in den Wintermonaten nur eingeschränkt möglich.

Durch das neue erstmals in Lüchow-Dannenberg umgesetzte Konzept wurden beide Probleme gelöst. Die Fahrzeughalle in Stahlbauweise bietet vie1 Platz für Fahrzeuge und die sonstige feuerwehrtechnische Ausrüstung. Das zum Schulungsraum umgebaute alte Gerätehaus ist für die theoretische Ausbildung der Aktiven, die Übungsabende der Jugendfeuerwehr und für kleine Versammlungen bestens geeignet. Der Innenraum ist hell und einladend gestaltet. Beide Gebäudeteile sind verbunden mit dem architektonisch aufwendig gestalteten Sozialtrakt, in dem zwei Sanitäranlagen mit Duschen sowie die neue Gasheizung untergebracht sind. Als letzte Baumaßnahmen sind noch die Gestaltung der Grünflächen und der Einbau einer Abgasabsauganlage umzusetzen. Wir hoffen dass dieses noch im Jubiläumsjahr 2002 abgeschlossen werden kann.

An dieser Stelle sei nochmals allen gedankt, die bei der Erstellung des neuen Gerätehauses mitgewirkt haben. Nicht nur den aktiven Mitgliedern ist das Gelingen des Projektes zu verdanken, sondern auch der Mithilfe der Altersabteilung, vieler fördernder Mitglieder und einiger in der Gemeinde Küsten ansässiger Unternehmen. Selbst auf die tatkräftige Unterstützung von Mitbürgern, die nicht Mitglieder der FF-Küsten sind, konnten wir zählen.

 

08 Geraetehaus 2000

Gerätehaus FF-Küsten  -  Fertigstellung Frühjahr 2000  -  Aufnahme 05 / 2002

 


Seiten 9 - 15

Die Fahrzeuge

 

Die Geschichte der Feuerwehr Küsten beginnt im Jahr 1900 mit der Anschaffung einer Handdruckspritze. Die offizielle Gründung als
Freiwillige Feuerwehr fand am 01.04.1902 statt. Nach dem großen Brand im Jahre 1904, bei dem fast das gesamte Dorf abbrannte, bemühte man sich seitens der Gemeinde Küsten sowie den dazu gehörenden Nachbargemeinden intensiv um die Erhaltung und Förderung der Feuerwehr. Leider kam es bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges nicht mehr zur Motorisierung.

Die erste Tragkraftspritze, die man 1946 beschaffte, war eine alte Rosenbauer, die noch auf einem abgemusterten Leichenwagen transportiert wurde.

FF-Küsten mit Trecker und Tragkraftspritzenanhänger 1946 - 1963
09 Fahrzeuge 1 09 Fahrzeuge 2

Rechtes Bild (von links): W. Schulze, G. Sander, H. Reichart, H.D. Jenisch, G. Schulz (teilweise), E.Q. Kalb, G. ?

 

Wie schwierig die Finanzierung modernen Gerätes war, kann man der folgenden Schuldurkunde entnehmen. Zur Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze T88 Meyer-Hagen (VW) im Jahre 1959 musste ein Kredit aufgenommen werden, dessen letzte Rate 01/1965 fällig war. Der Anschaffungspreis lag bei 4000 DM.

Schuldurkunde

 

vollmotorisiert 1 vollmotorisiert 2
LF 8 auf Mercedes-Benz-Fahrgestell - 01/1964 von der FF Jameln übernommen
Bei der FF -Küsten im Einsatz bis 11/1966 Anschaffungspreis 3000 DM

Linkes Bild (von links): Hinten: Günter Medi, E.H. Kehlheim Vorn: Walter Schulze, Reichelt, ?, ?, Günther Schulz, ?

Feuerwehr Küsten jetzt vollmotorisiert

Feierliche Übergabe eines Löschgruppenfahrzeugs - Vertreter der Samtgemeinde dabei
Küsten. Nachdem man den ganzen Sommer über täglich auf das Eintreffen des von der Samtgemeinde gekauften Löschfahrzeugs gewartet hatte, konnte endlich in der vergangenen Woche unter reger Beteiligung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr und des
Samtgemeinderates dieses Fahrzeug feierlich übergeben werden. Als vor drei Jahren der damalige Löschmeister Walter Schulze das Amt des Gemeindebrandmeisters übernahm, machte er es sich zur Aufgabe, die Schlagkraft der Feuerwehr Küsten zu erhöhen. Die Voraussetzungen hierfür waren eine Modernisierung und Vollmotorisierung der Wehr. In Rats- und Verbandssitzungen wies er immer wieder darauf hin und hatte schließlich Erfolg. Im vergangenen Jahr beschloss der Löschverband Küsten, bestehend aus sieben Gemeinden, den Ankauf eines Gebrauchtfahrzeuges. Inzwischen wurde die Samtgemeinde gebildet. Auch hier hatte man Verständnis für die Belange der Wehr und übertrug der Samtgemeinde den Feuerschutz für neun Gemeinden. Es wurde ein Feuerschutzausschuss gewählt. Dieser führte Verhandlungen mit der Freiwilligen Feuerwehr Jameln, die zwecks Anschaffung eines neuen Fahrzeuges das alte, noch gut erhaltene absetzen wollte. Man wurde handelseinig. Eine Abordnung der Jamelner Wehr sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Braband, der gleichzeitig die Geschäfte der Jamelner Wehr führt, und Kreisschirrmeister Hilburger überbrachten das Löschgruppenfahrzeug und wurden vom Feuerschutzausschußvorsitzenden Möller - Lübeln herzlich begrüßt. Hauptbrandmeister  Braband ergriff anschließend das Wort und appellierte an die Wehr und die Vertreter der Samtgemeinde, diesen großen technischen Fortschritt unter allen Umständen weiter zu fördern. Lobend hob er auch hervor, daß die Wehr Küsten, sei es bei Übungs-, Katastrophen- oder Brandeinsätzen noch nie versagt habe. Nunmehr erfolgte die Autoschlüsselübergabe an Samtgemeindedirektor Janiesch. Dieser betonte in seiner Ansprache, daß seinerseits der Feuerwehr jegliche Unterstützung zuteil wird. Aus der Hand des Samtgemeindedirektors erhielt dann Brandmeister Schulze die "Schlüsselgewalt" über das Fahrzeug. Er dankte im Namen seiner Mannen den Bürgermeistern für das entgegengebrachte Vertrauen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Feuerwehr und  Samtgemeinde weiterhin gut zusammenarbeiten mögen. Ein gemütliches Beisammensein beendete den großen Tag der Freiwilligen Feuerwehr Küsten.

 

12 Stuetzpunkt 1 12 Stuetzpunkt 2
LF 8 auf Opel-Blitz-Fahrgestell (Aufbau Magirus) - FF Küsten 04/1966 bis 1986

Küsten wird Feuerwehr-Stützpunkt
Gerätehaus fertig - Neues Löschgruppenfahrzeug - Trockenlöscher für alle Gemeinden

Küsten. Mit der Bildung der Samtgemeinde Küsten vor drei Jahren wurde von den damals zugehörigen 10 Gemeinden im Einvernehmen mit dem Kreisbrandmeister geplant, die Feuerwehr Küsten als Stützpunkt auszubauen. Als Übergangslösung wurde zunächst ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF8-TS von der Feuerwehr Jameln übernommen, das in den letzten Jahren gute Dienste leistete. Da das Feuerwehrgerätehaus in schlechtem Zustand war und auch in der Größe nicht ausreichte, beschloß man einen Neubau. Die Bauarbeiten begannen im Mai vorigen Jahres. Noch vor dem Winter konnte der Neubau bezogen werden. Das Gebäude enthält Standflächen für zwei Löschfahrzeuge. Da nur ein Fahrzeug vorhanden ist, wurde die Reserve-Standfläche für ein zweites Fahrzeug zunächst als Gemeinschaftsraum ausgebaut. Der Neubau steht im neuen Siedlungsgebiet des Bebauungsplanes "Grunewald" und wurde in der Gestaltung mit Walmdach der Bungalow-Bauweise der Umgebung angepaßt. Die Straße zur Erschließung des Grundstücks soll im Frühjahr ausgebaut werden. Das Baugrundstück ist so groß gewählt worden, daß bei späterem Bedarf für die Samtgemeindeverwaltung ein Erweiterungsbau möglich ist. Um den Ausbau Küstens als Feuerwehrstützpunkt abzuschließen, hat der Samtgemeinderat der neuen Samtgemeinde Küsten-Krummasel, der 15 Gemeinden angehören, beschlossen, 1966 ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 - TS mit Vorbaupumpe zu beschaffen. Das Fahrzeug erhält auch ein UKW- Funksprechgerät, um bei Bränden, Waldbränden und Katastropheneinsätzen drahtlos mit den Funkzentralen in Lüchow und Dannenberg Verbindung zu halten und unter Berichterstattung über die Lage an der Einsatzstelle über örtliche Hilfe durch Tanklöschfahrzeuge und Spezialgeräte anfordern zu können. Das Funksprechgerät wird auch mit Quarzen für die Frequenzen der Polizei und des DRK-Krankentransportes bestückt, um diese Stellen über Funk erreichen zu können. Die Samtgemeinde Küsten-Krummasel unterhält außer der Stützpunkt-Feuerwehr noch die Freiwilligen Feuerwehren in den Mitgliedsgemeinden Göttien, Karmitz, Krummasel, Sallahn und Tüschau. Auch bei diesen Wehren sind 1965 große Verbesserungen erfolgt. Die Gemeinden Karmitz und Krummasel haben neue Tragkraftspritzen TS 8 beschafft, Göttien und Karmitz neue Feuerwehrgerätehäuser für die Ortswehren errichtet.

Um auch gegen Brände brennbarer Flüssigkeiten gerüstet zu sein, beschafft die Samtgemeinde 30 Trockenlöscher P 12, die in allen Mitgliedsgemeinden für den ersten Einsatz bereitgehalten werden sollen.

 

13 LF8 1986 1 13 LF8 1986 2
LF 8 auf Mercedes-Benz-Fahrgestell (Aufbau Ziegler) - FF Küsten seit 1986

Nach 20 Jahren treuen Diensten musste der Opel-Blitz durch ein neues LF 8 ersetzt werden. Gegen den weiteren Einsatz sprachen die Bedenken des TÜV und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Wie schlecht der Zustand des Opel-Blitz war, konnte man ohne technischen Fachverstand nach dem Ausbau der feuerwehrtechnischen Beladung sehen. Nicht nur das Bodenblech war durchgerostet, es fehlte auch jede 2. Querstrebe des Fahrgestelleiterrahmens.

Die offizielle Fahrzeugübergabe des neuen LF 8 erfolgte am 03.04.1987. Dieses Fahrzeug hat sich inzwischen bei vielen Einsätzen bewährt und auch im Dienste der Jugendfeuerwehr etliche 1000 km abgeleistet. Schon an den Bildern der Fahrzeuge ist der technische Fortschritt zu erkennen. Doch ohne diese technische Entwicklung ist eine Feuerwehr nicht in der Lage, den gewachsenen Aufgaben stand zu halten.

Ein weiterer Meilenstein in der technischen Ausstattung der Stützpunktwehr Küsten war im Jahre 1988 die Übernahme des gebrauchten TLF 16/28 von der FF Trebel. Dieses Fahrzeug, das in der FF-Küsten eine eingeschworene Fangruppe hat, bewährte sich während seiner Dienstzeit bei vielen Einsätzen. Es war immer als erstes Fahrzeug vor Ort und erstickte manches Entstehungsfeuer bevor es sich zu einem Großfeuer entwickeln konnte. Das TLF 16/28, das schon bei den großen Waldbränden im Raum Gartow 1975 im Einsatz war, ist ein außergewöhnliches Beispiel für den technischen Standard der 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Aus diesem Grunde blieb das Tanklöschfahrzeug nach seiner Außerdienstellung (2000) erhalten und ist im Feuerwehrmuseum in Neutramm zu besichtigen.

 

14 TLF 16/28
TLF 16/28 auf Magirus-Deutz-Fahrgestell (Baujahr 1967) Bei FF-Küsten von 1988 bis 2000 im Einsatz
Jetziger Standort: Feuerwehrmuseum in Tramm

 

15 TLF 16/24
TLF 16/24 auf Mercedes-Benz-Fahrgestell (Aufbau Ziegler) (Baujahr 2000) Bei FF Küsten seit 2000 im Einsatz

 

Feuerwehr Küsten: Hohe Investition für Brandschutz

Neues TLF übergeben

 

hs Küsten. Die Einsatzkräfte der Stützpunktfeuerwehr Küsten sind im Besitz eines neuen Tanklöschfahrzeuges. Lüchows stellvertretender SG-Bürgermeister Karl Behrens übergab das gut 224.000 DM teure TLF 16/24 an Ortsbrandmeister Dr. Herbert Geldermann. Die Kosten, so einvernehmlich Karl Behrens und SG-Brandschutzausschuss- vorsitzender Werner Beyer, tragen die Samtgemeinde Lüchow mit 137.000 DM, und etwa 87.000 DM kommen aus dem Kreishaushalt.

Die 42 aktiven Küstener Wehrleute und Gemeindebürgermeister Dieter Michaelis sind sehr zufrieden mit dem neuen TLF. Der Mercedes mit einem Ziegler-Aufbau besitzt einen leistungsstarken Dieselantrieb, die Kraft wird auf alle vier Räder umgesetzt.

Dieser Allradantrieb ist in waldreichen Einsatzgebieten mit Sandböden unentbehrlich, weiß Geldermann. Und die leistungsstarke Förderpumpe, die 1600 Liter pro Minute in die Löschschläuche drücken kann, garantiert zusammen mit dem 2400 Liter fassenden Tank hohe Schlagkraft bei der Brandbekämpfung. Die Beladung, wie beispielsweise Atemschutzgeräte, wurde bis auf eine neue vierteilige Steckleiter und neue Saugschläuche vom alten TLF übernommen. Gemeindebrandmeister Eduard Haran stellte bei der Übergabe in Aussicht, dass ein Notstromerzeuger bald zur Beladung gehören könnte.

Mittlerweile hat Küstens neues Gerätehaus Formen angenommen, so dass das TLF nun in der Fahrzeughalle Platz findet. Um jedoch

 

die Bremsen des Tankers im Einsatzfall sofort frei zu haben, fehlt in der Halle noch eine Druckerhaltungsanlage, informierte der Wehrleiter. Und auch eine Abgasanlage ist nicht vorhanden. So dauert es eine Minute, bis das im Leerlauf stehende TLF den nötigen Druck auf die Bremsen abgibt, damit man aus dem Gerätehaus ausrücken kann. Solange stehen auch die Spinde der Einsatzkräfte im blauen Abgasrauch.

Der alte 33 Jahre alte Magirus-Tanker hat seit wenigen Tagen sein neues Domizil im Historischen Feuerwehrmuseum Tramm gefunden. Das Fahrzeug war zuerst 1977 der Trebeler Wehr in Folge der Waldbrand-Katastrophe im Gartower Forst übergeben worden.

 


Seiten 17 - 19

30 Jahre Jugendfeuerwehr Küsten

Jugendfeuerwehr

 

JF-Küsten - Kreisfeuerwehrtag 2001 in Lübbow

Lübbow

 

Jugendfeuerwehr Küsten

Wir über uns

Wir, dass sind derzeit 23 Jugendliche: 13 Jungen und 10 Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Um uns kümmern sich vier Betreuer (Carina Harenz, Karsten Otte, Heinz-Otto Schulze und Marlies Kruppa).
Wir treffen uns jeden Montag um 18.00 Uhr.
Im Sommer üben wir für Wettkämpfe. Ein Wettkampf besteht aus zwei Teilen. Dem A- und B-Teil. Im A-Teil wird eine feuerwehrtechnische Übung absolviert. Im anderen, dem B-Teil, gilt es eine Hindernisstrecke möglichst schnell zu durchlaufen.
Natürlich gibt es auch andere Arten von Wettkämpfen, wie z.B. das Spiel ohne Grenzen, bei dem es darum geht lustige Spiele möglichst erfolgreich zu absolvieren. So mussten wir beispielsweise mal einem möglichst hohen Turm aus Legosteinen blind zusammen bauen.
Neben den Wettkämpfen gibt es auch Auszeichnungen für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Voraussetzungen für die zurzeit höchste Auszeichnung, die Leistungsspange, sind die Erfüllung von Disziplinen. Erstens eine feuerwehrtechnische Übung, zweitens eine Schlauchstaffel, drittens Kugelstoßen und fünftens die Beantwortung von Fragen. Wir haben sie zuletzt zwei Jahren mit der Jugendfeuerwehr Großwitzeetze gemacht.
Außerdem gibt es jeden Sommer einen Ori-Marsch, bei dem es darum geht eine Strecke abzuwandern, auf welcher es wiederum Spiele gibt. Auch fahren wir jedes Jahr ins Zeltlager, das jeweils eine Woche dauert. Es gibt immer abwechselnd: Kreiszeltlager, Bezirkszeltlager und Landeszeltlager, welche immer in Wolfshagen im Harz stattfinden. Ein besonders Highlight war das Kreiszeltlager im letzten Jahr in Grömitz an der Ostsee.
Zeltlager sind bei uns Jugendlichen besonders beliebt, da man dort viele andere Jugendfeuerwehren trifft und viel Spaß hat. Natürlich gibt es dort auch Veranstaltungen, wie Wettkämpfe, Völkerball- und Volleyballturniere, Discos u.s.w.
Im Winter machen wir dann theoretischen Unterricht. Auch machen wir Spiele, gehen schwimmen oder müssen Knoten üben. Hört sich natürlich langweilig an, macht aber trotzdem eine Menge Spaß. In der kalten Jahreszeit unternehmen wir auch Tagesfahrten, z.B. in die Eissporthalle nach Adendorf.
Derzeit liegt ein interessanter Sommer vor uns mit vielen Aktivitäten. Demnächst fahren wir nach Holzminden zum Tag der niedersächsischen Jugendfeuerwehr. Dort übernachten wir in einer Schule. Das diesjährige Zeltlager wird schon mit viel Spannung und Vorfreude erwartet. Es findet in Wieetze (Landkreis Celle) statt.
Im September planen wir zu unserm 30-jährigen Jubiläum die Flughafenfeuerwehr in Hamburg zu besuchen.
Die größten Erfolge unser Jugendfeuerwehr liegen leider schon etwas zurück und wir haben den festen Vorsatz der Spitze möglichst bald wieder ein bisschen näher zu kommen

 

Chronik der Jugendfeuerwehr Küsten

Die Jugendfeuerwehr Küsten wurde am 14.05.1972 durch den damaligen Ortsbrandmeister Walter Schulze und den Hauptfeuerwehrmann Friedrich Schmidt gegründet. Jugendfeuerwehrwart wurde Friedrich Schmidt und die Aufgabe des Stellvertreters übernahm Bodo Müller.

 

Die Jugendfeuerwehrwarte

  Vom 14.05.1972 bis zum 31.12.1984 Friedrich Schmidt. 
  Vom 01.01.1985 bis zum 15.01.1989 Carsten Busse. 
  Vom 15.01.1989 bis zum 15.10.1989 Reiner Brumshagen und Maik Glatzhöfer. 
  Vom 15.10.1989 bis zum 15.10.1997 Friedrich Schmidt und Ewald Lippe. 
  Vom 15.10.1997 bis zum 15.01.1998 Ewald Lippe. 
  Vom 15.01.1998 bis zum 02.03.2002 Sven Jokufi' 
                seit dem 02.03.2002 Carina Harenz 

 

Erfolge

Im Kreiszeltlager in Grabow 1975 belegte die Jugendfeuerwehr Küsten die oberen Vier Plätze im Handball, Fußball, Völkerball, Orientierungsmarsch und in der Feuerwehrtechnik. Außerdem war sie in der Zeit von 1975 bis 1987:

 - Kreissieger
 - mehrmals zweiter Kreissieger
 - mehrmals dritter Kreissieger
 - Samtgemeindesieger
 - mehrmals zweiter Samtgemeindesieger
 - mehrmalige Teilnahme am Bezirksentscheid; Bundeswettkampf
 - 1982 zweiter Landessieger in Wolfshagen

 


Seite 22

Besondere Übungberichte

 

Nicht immer hat es die oberste Führung leicht mit den Ortsbrandmeistern der FF Küsten

 

Ernst Schulz
                 Feuerwehr — Dienstbuch

---------------------------------------------------------------------- 
Jahrgang 1971             Küsten, den 26.Juli 1971             Seite 199
---------------------------------------------------------------------- 

                    Übung bei Gewitter
                   (persönlicher Bericht)

Ein Blitz löste den anderen ab. Schlag auf Schlag. So tobte im Raum 
Küsten gut eine Stunde ein schweres Gewitter. Da ging auch schon das 
Telefon. Möller Lübeln meldet: Haus Varwig Lübeln brennt! Sofort Alarm. 

Nach Alarmierung waren wir in neun Minuten mit 22 Feuerwehrkameraden
in Lübeln. Kein Rauch war zu sehen. Was man sah: Kreisbrandmeister
Lorenz‚ Unterkreisbrandmeister Anders und Samtgemeindedirektor Möller,
sowie einige Schaulustige. Mir schoß es durch den Kopf das dieses hier
etwas mit der Nichtteilnahme am Wettkampf in Karmitz zu tun hat. Ich
befahl meiner Mannschaft nicht abzusitzen. Blitz und Donner waren immer
noch in vollem Gange. Ich verließ das Fahrzeug und erkundigte mich beim
Kreisbrandmeister, ob es wirklich brennt. Er sagte, Du hast sofort am
Bach anzulegen, das Haus dort ist angenommene Brandstelle. Meine
Antwort:Nein! Bei einem Gewitter in diesem Ausmaß kommt es nicht in
Frage! Daraufhin wurde ich vorrübergehend beurlaubt. Meine Kameraden
mußten Wasser geben. Es klappte alles. Inzwischen wieder im Dienst, ließ
ich abrücken nach Küsten. Im Gasthaus Funck erfolgte dann eine
Aussprache über die Übung. Kreisbrandmeister Lorenz konnte nicht um
hin, unsere Wehr als schlagkräftig und einsatzfähig zu bezeichnen. 
Da ich diesen Bericht einige Zeit später abgeschlossen habe‚hat sich
herrausgestellt,daß meine Vermutung bei Ankunft in Lübeln richtig
war. (s.Zeile 7). 

Alarmierung: 20,11 Uhr 
Rückkehr : 21,00 Uhr 


                              Walter Schulze 
                           Gemeindebrandmeister

 


Seiten 23 - 24

Besondere Einsätze

1969

Eintritt von vier jungen Männern in die FF Küsten. Schweres Gewitter tobt über Küsten und setzt ein Wohngebäude in Brand. Die Feuerwehren aus Küsten und Göttien bekämpfen den Brand. Die Einwohnerin, eine gehbehinderte Frau, musste aus der Wohnung gerettet werden. Der Wohnteil des Gebäudes konnte teilweise gerettet werden. Der erste Einsatz prägte die jungen Männer, da es ihr erster Einsatz war.

1971 Waldbrand in Wirl

Ein Augenzeuge berichtet:

Das Feuer breitete sich in Richtung der Grenze zur DDR aus. Wir versuchten das Feuer mit Feuerpatschen, Schaufeln und Spaten einzudämmen. Neben uns bekämpften uniformierte Männer das Feuer. Wie sich später herausstellte waren das Grenztruppen. Ein Offizier dieser Grenztruppen forderte uns auf das Territorium der DDR unverzüglich zu verlassen, sonst müssten sie von der Schusswaffe Gebrauch machen. Durch die Löscharbeiten ist uns nicht bewusst geworden, dass wir die Grenze überschritten hatten.

1973 Waldbrand in Nemitz

Ein Augenzeuge berichtet:

Bei der Ankunft am Einsatzort wurde uns sein Brandabschnitt zugewiesen. Wir sollten das Feuer mit Patschen und Schaufeln bekämpfen. Bei den Löscharbeiten drohte sich das am Boden lodernde Feuer in Vollfeuer auszubreiten und uns in Gefahr zu bringen. Wir bekamen durch die Rauchentwicklung Atemprobleme. Auch die Hitze machte uns zu schaffen. Als wir dann nach mehreren Stunden aus dem Brandabschnitt abgelöst wurden, waren wir am Ende unserer Kräfte.

1975 Großwaldbrand im Gartower Forst

Sonntag, den 10. August

Neun Feuerwehrmänner der FF Küsten sind ab 13.00 Uhr in Bereitschaft für den Waldbrand im Landkreis Celle. Ab 21.00 Uhr wird die Bereitschaft wieder aufgehoben.

Montag, den 11.August

Scheunenbrand in Schwiepke, die Feuerwehr Küsten ist bis spät in den Abend im Einsatz.

Dienstag, den 12.August

Die Feuerwehr Küsten rückt gegen 10.00 Uhr zu Nachlöscharbeiten nach Schwiepke aus. Gegen 11.00Uhr wird ein Waldbrand in der Gartower Forst gemeldet. Die Feuerwehr Küsten rückt von der Einsatzstelle Schwiepke sofort in Richtung Gartower Forst aus. Das Feuer breitet sich mit einer Geschwindigkeit von fünf Kilometern in der Stunde in Richtung Trebel aus. Die Feuerwehr Küsten wird mit anderen Feuerwehren im Raum Trebel eingesetzt, um die sich ausdehnenden Brände in den Griff zu bekommen. Es standen nur zwei Tanklöschfahrzeuge zu Verfügung, die anderen zwei Tanklöschfahrzeuge waren im Landkreis Gifhorn bzw. in Celle beim Waldbrand im Einsatz. Da die Löschwasserversorgung sehr schwierig war, standen die Einsatzkräfte auf verlorenem Posten. Eine gewaltige Feuerwand vom Wind getrieben, überquerte die Bundesstraße 493 in Richtung Nemitz. Die Feuerwehr Küsten wird mit anderen Feuerwehren nach Nemitz verlegt , um das Übergreifen des Feuers auf die Ferienhäuser, die in der Nähe des Waldes lagen, zu verhindern. Die Bewohner werden evakuiert. Gegen Abend treffen zur Verstärkung Feuerwehren aus Schleswig-Holstein mit Tanklöschfahrzeugen ein. Die Bundeswehr kommt mit Bergepanzer nach Trebel, und beginnt Schneisen anzulegen. Der Wind treibt die Feuerwand Richtung Lanze. Daraufhin wird die Feuerwehr Küsten nach Lanze verlegt. Kurz vor Lanze dreht der Wind und treibt die Feuerwand Richtung Prezelle. In der Nacht treffen Feuerwehren aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und anderen Bundesländern ein. Die Feuerwehr Küsten bleibt in Lanze und befüllt die Tanklöschfahrzeuge mit Wasser aus der Tiefbohrung (Löschbrunnen). Die Einwohner von Lanze versorgen, soweit sie es konnten, unentgeltlich die Feuerwehren mit Getränken und belegten Broten.

Am Mittwoch gegen 18.00 Uhr wird die Feuerwehr Küsten nach circa 32 Stunden ununterbrochenem Einsatz herausgelöst.

Freitag, den 15. August

Das Feuer breitet sich kaum mehr aus und ist weitgehend unter Kontrolle. Die Feuerwehr Küsten rückt nach Trebel aus. Mit der Bundeswehr bekämpft die Feuerwehr Küsten vereinzelte Brandnester und wiederaufflammende kleine Feuer.

Samstag, den 16 August

Immer noch werden vereinzelte Brandnester und wiederaufflammende kleine Feuer bekämpft. Am Sonntag den 17. August ist gegen 10.00 Uhr für die Feuerwehr Küsten der Einsatz beendet.

Die Feuerwehr Küsten war circa 60 Stunden im Einsatz. Dreißig Quadratkilometer Wald und Heide sind vernichtet worden. Insgesamt waren in der Gartower Forst mehr als 4000 Mann im Einsatz. Das war die größte Waldbrandkatastrophe in Niedersachen, in den Landkreisen Celle, Gifhorn und Lüchow/Dannenberg. Insgesamt wurden 8213 Hektar Wald vernichtet. Im Einsatz wurden 15000 Kräfte eingesetzt. Feuerwehren, Bundeswehr, Bundesgrenzschutz, Polizei, THW und DRK.

 


Seite 25

 

Seite25s

BEI EINEM SCHEUNENBRAND in Meuchefitz wurden Feuerwehrleute vor eine schwierige Aufgabe gestellt, weil die Diesel-Eigenverbrauchertankstelle nicht genügend gegen Feuer gesichert war.                                                                  Aufn; P. Badtke

as/pb Meuchefitz. Scheunenbrand in Meuchefitz. Am späten Nachmittag wird die Feuerwehr alarmiert. Brandschutzprüfer Peter Badtke erinnert sich:
Auf einem Öko-Hof mit Gaststätte steht eine Fachwerkscheune, in deren Boden noch ein wenig Heu und in abgeteilten Kammern Korn gelagert wird. Das Erdgeschoss dient neben einer Werkstatt zum größten Teil als Abstellraum für landwirtschaftliche Geräte. Und: In der Nähe der östlichen Giebelwand ist ein Kunststofftank für 1000 Liter Dieselkraflstoff aufgestellt.
Nach dem Sirenenalarm um 16.27 Uhr treffen bis 16.40 Uhr die Feuerwehren aus Küsten, Lensian und Püggen ein. Den Feuerwehrleuten schlagen eine hohe Flammenfront und große Rauchwolken entgegen. Vor Ort erfährt der Einsatzleiter, dass in der Scheune ein Behälter mit Dieselkraftstoff steht. Trotz der Rauchwolken entdeckt der Einsatzleiter einen versteckt im Buschwerk stehenden Propangasbehälter (Inhalt 10000 l). Ein daneben abgestellter Pkw brennt bereits, und neben dem Propangasbehälter lagern Altreifen. Der Einsatzleiter lässt sofort drei I Strahlrohre zur Brandbekämpfung und zur Kühlung in Richtung des Propangasbehälters verlegen. Durch den Wind droht die Flammenfront auf das Wohngebäude überzugreifen, deshalb ordnet der Einsatzleiter an, ein Strahlrohr zum Schutz des Wohngebäudes einzusetzen. Kurz danach wird dem Einsatzleiter gemeldet, dass auf der Südseite des Gebäudes eine Acetylengasflasche aus dem l Brandgut herausragt. Sofort wird ein Trupp mit einem Strahlrohr zur Kühlung der Acetylengasflasche abgestellt. Ein Schaumangriff, um den brennenden Dieselkraftstoff zu löschen, ist unmöglich, weil der Tank hinter der Giebelwand nicht zu erreichen ist. Ein Innenangriff verbietet sich wegen großer Einsturzgefahr und wegen starker Hitzentwicklung. Der Löschwasservorrat aus Hydranten und einem Brunnen ist zu diesem Zeitpunkt fast erschöpft. Allerdings hat das Feuer zu diesem Zeitpunkt die Scheune schon total vernichtet. Der brennende Dieselkraftstoff hatte erheblich zur Brandausbreitung beigetragen. Herabfallende brennende Bauteile hatten den Tank beschädigt und den ausfließenden Kraftstoff entzündet, fasst Brandschutzprüfer Peter Badtke zusammen.

 


Seite 26

 

Kampfgas in Küsten 17.11.2000

Seite26s

AN DER KAMPFSTOFF-FUNDSTELLE: Männer des Umweltzuges sichern die Reste
der Flasche, die viele Jahrzehnte lang mit ihrem todbringenden Inhalt im Erdboden ruhte.
        2. Aufn.: P. Witte

 


Seite 27

 

Chemischer Kampfstoff verletzt 29 Menschen
Wendlanddorf Küsten: Todes-Gas aus dem Krieg freigesetzt

Seite27s
Bild:
Feuerwehrmänner des Gefahrgutzuges der Kreisfeuerwehr Lüchow—Dannenberg ziehen ihre Spezial-Schutzanzüge an. Insgesamt 100 Helfer waren im Einsatz, nachdem im Wendlanddorf Küsten aus einer zerstörten Flasche das Kampfgas Lost ausgetreten war.
Foto: Witte

 

ni/jg Küsten. Beim Graben mit dem Spaten haben zwei Einwohner des Wendlanddorfes Küsten (Lüchow-Danenberg) gestern Nachmittag auf einem Privatgelände eine Flasche freigelegt, die den chemischen Kampfstoff Lost enthielt. Durch einen Spatenstich war der Steingutbehälter zerbrochen und die lebensbedrohliche Substanz trat aus. Die beiden Männer sowie 27 weitere Menschen, die sich in der Nähe der Fundstelle aufgehalten hatten, mussten ins Krankenhaus gebracht werden: Verdacht auf Vergiftung. Drei der Betroffenen sind durch das Todes-Gas schwer verletzt worden; Lebensgefahr besteht jedoch nicht. Für die Lüchow-Dannenberger Feuerwehr bedeutete der Giftgas-Fund Großeinsatz; rund 100 Kräfte waren stundenlang vor Ort. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen beriet die Einsatzkräfte vor Ort, eine Spezialfirma soll die Giftstoffe aus dem Erdreich bergen. Wie die Steingutflasche mit der Lost-Füllung in den Boden des Rundlingsdorfes gekommen ist, konnte bislang nicht geklärt werden. Lost wurde bereits im ersten Weltkrieg eingesetzt. Der auch als Senfgas bekannte Kampfstoff ist ein Zellgift, das in geringen Mengen ätzend, in höheren Dosen tödlich wirkt.

Aufatmen: Nur Tränengas

gel Küsten. Alles nicht so schlimm, alles wird gut: Die Giftgas-Katastrophe in Küsten - sie war gar keine. Lediglich Tränengas, der Augenreizstoff Bromaceton, war am Freitag aus der beschädigten Steingutkruke entwichen. Das hat der Giftgasexperte Robert Zellermann am Sonnabendmorgen definitiv festgestellt. Verletzte gab es auch nicht. 22 Beteiligte blieben lediglich zur Beobachtung über Nacht in der Dannenberger Elbe—Jeetzel-Klinik. Sie sind am Sonnabend entlassen worden. Bis in die Nacht zum Sonnabend war man irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass tödliches Senfgas freigesetzt worden sein könnte. Das hatte am Freitag einen Großeinsatz mit rund 100 Rettungskräften erfordert (EJZ berichtete). Die Fundstelle auf dem Privatgelände im Küstener Rundling ist nach wie vor abgesichert (Foto). Die Reste der Steingutkruke lagern in einem Stahlfass. Heute soll das Tränengas als Sondermüll entsorgt werden. Zudem wird die Untere Wasserbehörde das Gelände auf weiteres Tränengas untersuchen.

Aufn.: J. Feuerriegel Seite 3

 


Seiten 29 - 32

Die Satzung der FF Küsten von 1902

 

Einleitung
Die Freiwillige Feuerwehr zu Küsten wird in den Rahmen des polizeilichen Löschwesens eingerufen und als Schutzwehr im Sinne des §113 des Strafgesetzbuches anerkannt, die freiwillige Feuerwehr verpflichtet sich den freiwilligen Feuerwehrdienst vom 1. April 1902 nach Maßgabe der Polizei-Verordnung des Königlichen Oberpräsidenten zu Hannover vom 27. September 1901 zu leisten.

§ 1
Die freiwillige Feuerwehr ist ein Verein gesunder kräftiger Männer, welche die Ehrenpflicht übernommen haben, sich durch regelmäßige Übungen bei Militärischer Disziplin die Gewandtheit, die Ruhe und den Mut anzueignen, die nötig sind, um bei Feuersgefahr möglichst rasche und zweckmäßige Weise Hilfe zu leisten.

§ 2
Die freiwillige Feuerwehr bildet ein in sich selbstständiger Teil der Pflichtfeuerwehr, dieselbe nimmt die vorgeschriebenen Chargenabzeichen und Benennung der Führer an und stellt sich dem Verwalter der Feuerpolizei und dessen Stellvertreter als ausführendes Organ zur Verfügung auch für Fälle der nachbarlichen Löschhilfe.

§ 3
Jeder unbescholtene, gesunde, männliche Bewohner der Ortschaft Küsten im Alter von 16-60 Jahren kann bei der freiwilligen Feuerwehr als Mitglied eintreten. Anmeldungen sind schriftlich an den Hauptmann zu richten. Über die Aufnahme entscheidet das Kommando in geheimer Abstimmung durch einfache Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. Das Kommando, wenn die Aufnahme abgelehnt, ist nicht verpflichtet, Gründe für die Ablehnung anzugeben.

§ 4
Über die Zuteilung neu Aufgenommener zu einer Abteilung entscheidet der Hauptmann, welcher auch eine spätere Versetzung in eine andere Abteilung anordnen kann.

§ 5
Der Austritt aus der freiwilligen Feuerwehr steht jeden frei, jedoch ist dem Hauptmann davon 14 Tage vorher schriftliche Anzeige zu machen.

§ 6
Die freiwillige Feuerwehr befehligt ein Hauptmann, dem ein Anmann zur Seite steht. Jede Sektion steht unter der speziellen Führung eines Sektionsfiihrers.

§ 7
Der freiwillige Feuerwehr werden die erforderlichen Gerätschaften und Utensilien von der Gemeinde Küsten kostenfrei geliefert und zur Verfiigung gestellt, auch die etwa nötigen Reparaturen auf Kosten der Gemeinde beschaflt. Sämtliche Geräte und Utensilien bleiben Eigentum der Gemeinde Küsten.

§ 8
Jedes Mitglied der freiwilligen Feuerwehr hat fiir die gehörige Erhaltung der Gerätschafien und Utensilien zu sorgen, sie nur alleine im Dienste der fieiwilligen Feuerwehr zu gebrauchen. Die Reparaturkosten fiir Beschädigung an den Geräten u.s.w. die ausweislich nicht im Dienste, vielmehr durch Verschulden der betr. Mitglieder außer Dienst herrühren, haben die Schuldigen zu tragen.

§ 9
Die Führer der freiwilligen Feuerwehr werden alle 5 Jahre teils gewählt teils ernannt. Den Hauptmann wählt die ganze Schar aus ihrer Mitte, die Wahl unterliegt der Bestätigung des Landrates. Die Sektionsfiihrer werden von den betreffenden Sektionen gewählt, ihre Wahl unterliegt der Bestätigung des Hauptmanns. Die Wahl geschieht mittels Stimmzettels. Der Anmann des Hauptmann wird von diesen ernannt. Die Wahlen der Sektionsfiihrer sind von dem Hauptmann zu leiten, dessen Anmann führt das Protokoll, die Wahl des Hauptmanns geschieht unter Leitung des bisherigen Hauptmanns. Die Wiederwahl ist überall zulässig.

§ 10
Die Einteilung der Sektionen geschieht von dem Hauptmann und dessen Artmann.

§ 11
Die alte Organisation der freiwilligen Feuerwehr bleibt so lange bestehen, bis die neue Organisation vollendet ist. Namentlich bleiben die alten Sektionen bestehen, bis neue gebildet sind, und behalten die alten Sektionsführer, bis neue gewählt sind ihr Amt, wenn auch der Hauptmann bereits gewählt ist.

§ 12
Alljahrlich findet eine vom Hauptmann zu berufene Hauptversammlung statt, in welcher die Angelegenheiten derselben verhandelt werden, der Hauptmann fuhrt den Vorsitz, dessen Anmann das Protokoll.

§ 13
Die freiwillige Feuerwehr nimmt an allen Übungen der Pflichtfeuerwehr zu Küsten teil, die Ubungen der freiwilligen Feuerwehr haben nach Bedürfnis stattzufinden und werden von dem Hauptmann, dessen Anmann und den Sektionsfiihrem angeordnet. Die Ladung geschieht durch den Vereinsboten.

§ 14
Einmal alljährlich soll eine Hauptübung nach einer von der Örtlichen Oberleitung dem Hauptmann vorgeschriebenen Plane stattfinden.

§ 15
Niemand darf die Brandstelle oder eine Übung ohne Befehl oder Erlaubnis des Hauptmanns verlassen.

§ 16
Die Vertretung der Führer geschieht in folgender Weise: Der Hauptmann wird der Reihe nach von seinem Anmann, der erste Sektionsfiihrer von dem zweiten Sektionsfiihrer vertreten.

§ 17
Bei jedem Brande hat eine genaue Inspektion der Geräte statt zu finden und muss dieser in eine Versammlung der freiwilligen Feuerwehr folgen, in welcher die Tätigkeit derselben bei dem Brande und etwaige Mängel und Unzuträglichkeiten besprochen werden.

§ 18
Alle Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Statuten entscheidet ein Ehrengericht. Dasselbe besteht aus dem Hauptmann und 4 Mitglieder der Feuerwehr, welche alle 5 Jahre aus den Mitgliedem der freiwilligen Feuerwehr gewählt werden, die zu verhängenden Strafen sind:

A.) Schriftlicher Verweis
B.) Geldstrafe von 0,50 M bis 3 M
C.) Mündlicher Verweis von der Schar
D.) Ausschluss aus der freiwilligen Feuerwehr

Wer gegen Strafe D. Einspruch erheben will, hat seine Beschwerde an die gesamte freiwillige Feuerwehr zu richten, welche dann entgültig entscheidet. Nur gegen Strafe D. ist Einspruch statthaft. Wiederaufnahme eines von der freiwilligen Feuerwehr ausgeschlossenen Mitgliedes kann von dem selben erst nach Ablauf eines Jahres nach der Ausschließung beantragt werden.

§ 19
Die aufkommenden Strafgelder, etwaige freiwillige Geldzuschüsse und Belohnungen, welche der Freiwilligen Feuerwehr als solche zufließen, verwaltet der Anmann des Hauptmanns. Aus dieser Kasse werden die etwaigen Erfrischungen für die Mannschaften nach Anordnung des Hauptmanns und der Sektion bestritten.

§ 20
Über Abänderung dieser Statuten beschließt die Hauptversammlung mit einer Mehrheit von Zweidrittel stimmen. Jede Abänderung dieser Statuten bedarf der Bestätigung des Landrats.

§ 21
Über die Auflösung der freiwilligen Feuerwehr beschließt auf Antrag des Hauptmanns, dessen Anmann und der Sektionsführer eine zu solchem Zwecke berufene Hauptversammlung mit einer Mehrheit von Zweidrittel teil der Stimmen sämtlicher aktiven Mitglieder. Wird ein solcher Beschluss gefasst, so hat der Hauptmann dem Landrat sofort schriftliche Anzeige zu machen, der Beschluss tritt aber erst nach Ablauf von sechs Monaten nach erstatteter Anzeige in Kraft. Das Vermögen der freiwilligen Feuerwehr fällt im Falle der Auflösung der Gemeinde Küsten zu, welche dasselbe einer später zu errichteten Feuerwehr zurück zugeben hat.

§ 22
Diese Statuten treten mit dem 1. April 1902 in Kraft, diese Statuten sollen gedruckt und einem jeden Mitglied ausgehändigt werden, damit Niemand sich mit Unkenntnis derselben entschuldigen kann.

 


Seite 33

Impressum

Redaktionell verantwortlich:

Dr. Herbert H. Geldermann
Alte Heerstrasse 10
29482 Küsten